was macht der Papa da nur? Steht unten im Gäste-WC und macht die ganzen Fliesen kaputt. Jedes Mal, wenn eine kaputt ist, rufe ich “Au weia” aus vollem Halse. Heute mittag sind auch schon das Waschbecken und die Toilette verschwunden. Was das wohl werden soll? Mama sagt, dass Papa das Gäste-WC neu macht und deswegen die Fliesen kaputt machen darf. Schade, ich darf sowas ja leider nicht.
Heute am Heiligen Abend hat es dann das Frühstück erwischt. Ich will alles selber machen. Da die Messer des Silberbesteckes nicht übermäßig scharf sind, durfte ich mir dann erst mal auch eins holen und habe angefangen mein Brötchen zu vergewaltigen.
Es sollte aber nicht meine letzte Vergewaltigung bleiben. Mit vereinten Kräften von Messer und Fingern habe ich 20% des Brötchens zerpflückt. Anschließend ging es dann weiter, ich wollte Butter haben. Also Butterdose auf und mit dem Messer in der Butter rumstochern… So ähnlich machen das doch auch meine Eltern, so bekommen die doch die Brötchen geschmiert, so muss das doch gehen.
Nachdem ich noch nicht wirklich weiter gekommen bin, habe ich dann doch Mama gebeten mir meine Kraterlandschaft mal ordentlich aufzuschneiden.
Papa hat sich dann den körnigen Frischkäse genommen und der sah so lecker aus, also musste ich mir den auch aufs Brötchen schmieren. Nur so richtig hab ich das noch nicht hinbekommen. Irgendwann gab es beim schmieren dann auch Mecker, da ich nicht ordentlich mein Messer am Brötchen abgestrichen habe sondern die Reste wieder in die Verpackung zurück tun wollte.
Als wir dann mit Frühstücken fast fertig waren, habe ich mit meinen Übungen zum Selbermachen meine Mama so weite auf die Palme gebracht, das sie nur noch geschimpft und Rumpelstielzchen gespielt hat. Nun gut hab ja auch mit dem Messer und dem Brötchen Käse verschossen (musste sie erst putzen) oder mich dann so auf sie drauf gehängt, das Sie sich nicht mehr bewegen konnte.
Nachdem ich mich jetzt bei Papa beruhigt habe muss ich mal schauen ob ich mich bei Mama wieder entschuldigen kann.
Heute hatte ich meinen letzten Tag in der Kita. Ich habe ausser selbstgemalten Bildern und Fotos aus der Zeit auch noch eine kleine Maltafel mit Kreide geschenkt bekommen. Darauf male ich jetzt viele Tannenbäume. Ab Januar gehe ich dann in den Kindergarten, so ein grosser Junge bin ich jetzt.
Zum Abendessen musste ich auch noch meine Eltern überraschen. Als ich fertig war und genug Muster mit der Gabel in meinen Kartoffelbrei gemacht habe, meinte ich erst: “Mama satt” und “Aufstehen”. Sonst habe ich nicht erst gefragt, sondern bin einfach aufgestanden.
… sagen nur Babys. Weil ich aber ein grosser Junge bin, sage ich jetzt Hund.
Ich habe einen neuen Rundweg entdeckt. Und zwar krabbel ich im Schlafzimmer meiner Eltern unter das Babybett, bis ganz nach hinten an die Wand. Dann biege ich ab und krabbel hinter dem Bett meiner Eltern weiter, bis ich neben Papa wieder rauskomme und rufe “Da”. Das mache ich auch gerne mehrmals.